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 Betreff des Beitrags: Der schlimmste Feind des Motorrads ist der Vorbesitzer
BeitragVerfasst: 03.10.2017, 18:11 
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Registriert: 15.02.2007, 09:30
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Wohnort: Worms
Ich schraube ja schon seit über 30 jahren an Motorrädern. Und habe da natürlich auch schon die eine oder andere dilettantische oder vermurkste Reparatur erlebt.
Aber was ich jetzt mit einer KLR 500 aus Österreich, genauer aus Spittal an der Drau, erlebt habe, sprengt alles bisher da gewesene.

Daher möchte ich euch an dem erlebten Teil haben lassen.
Vorab, ich habe die Maschine für relativ schmale Taler mit Motorschaden (Nockenwelle) gekauft, daher hält sich mein finanzieller Schaden in Grenzen.
Da der Vorbesitzer die Maschine komplett zerlegt hatte und neu aufgebaut, kann ich sicher sein, dass die Fehler auf seinem Mist gewachsen sind.

- Der Typ ist extremer Grobmotoriker und hat die meisten Schrauben nach dem Motto angeochst, nach fest kommt ab. Drehmomente egal, Hauptsache fest geknallt.
- Eine Schraube hat er dabei abgerissen, aber statt die Schraube raus zu bohren (was an der Stelle problemlos gegangen wäre) hat er die beiden Teile mit Kabelbinder verbunden!
- Natürlich hat er auch einige Schrauben mit Gewalt in die Gewinde gemurkst, sodass diese jetzt kaputt sind. Leider auch welche, die man nicht so einfach wieder hin bekommt.
- Einige Stecker hat der gute Mann durch Lästerklemmen ersetzt. Dabei aber den Draht weder verzinnt noch mit einem Kabelschuh versehen, sodass die einzelnen Adern schön brechen konnten. Die Hauptleitung zur Beleuchtung hing sage und schreib an mal gerade noch zwei Drähtchen.
- Einige Originalstecker hat er dick und fett mit Isolierband umwickelt. Leider auch solche Stecker die man trennen muss um z.B. an das Birnchen vom Hauptscheinwerfer zu kommen. Nicht gerade intelligent, wenn man bei jedem Birnchen Wechsel oder bei Wartungsarbeiten jedesmal das Isolierband wieder entfernen muss.
- An einer Stelle wird eine Blende durch einen Zapfen in einer Nut gehalten. Er hat den Zapfen an der Blende entfernt und dafür eine Schraube in das Loch rein gedreht. Sinnlos hoch drei.
- Der (angegebene) Nockenwellenschaden ist entstanden, weil er den Ventildeckel ab hatte, und nicht vorher den Kettenspanner entspannt hat. Bei manchen Kawas wird die Kette auch noch durch eine Schiene im Ventildeckel gespannt. Die Folge waren dann natürlich eingelaufene Nockenwellen, da die massiv unter Spannung standen. (Das ist der einzige Fehler der vertretbar ist, wenn man sich nicht mit Kawasa auskennt, kommt sowas leider öfters vor.) Man hätte aber natürlich vorher im Forum Fragen oder sich das WHB besorgen können.
- Das Polrad hatte er auch unten, aber wohl keinen passenden Abzieher, oder zu blöd um sowas richtig zu machen, also hat er kurzerhand das Polrad abgeflext. Leider dabei auch Teile der Kurbelwelle und vom Motorgehäuse mit abgeflext. Na ja kein Problem, ordentlich Kleber drauf und das neue Polrad auf die Reste von der Kurbelwelle drauf geklebt. hat zumindest solange gehalten bis die Nockenwellen Ihren Geist aufgegeben haben.

Also wenn Ihr mal wieder einen dilettantischen Vorbesitzer habt, nicht ärgern, schlimmer geht immer. :censored:

_________________
Gruß Werner
Der schlimmste Feind des Motorrads ist der Vorbesitzer.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der schlimmste Feind des Motorrads ist der Vorbesitzer
BeitragVerfasst: 03.10.2017, 21:51 
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MeisterSchreiber

Registriert: 25.10.2014, 19:41
Beiträge: 546
Wohnort: Wangen im Allgäu
Hört sich ja nach einem richtigen Fuckmann, äh sorry Fachmann an......

Grez Markus :lol:

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yoroshiku onegai - shimasu


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 Betreff des Beitrags: Re: Der schlimmste Feind des Motorrads ist der Vorbesitzer
BeitragVerfasst: 08.10.2017, 13:03 
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MittagspausenTipper

Registriert: 06.01.2013, 08:58
Beiträge: 51
Hallo,
In meinem Fall ist der schlimmste Feind nicht der Vorbesitzer sondern der Erbauer.......
Die Story:
Vor 2 Jahren habe ich mir eine Rau Kawa mit Z1000J Motor gekauft.
Laufleistung glaubhafte 1400km! Seit gut 25 Jahren abgemeldet und nur eine Saison zugelassen.
Erste Bestandsaufnahme: Motor läuft, ein bisschen Optik auffrischen und dann erstmal fahren und testen.
Leider nein........
Der Erbauer hatte das Motorrad abgestellt, den Schlüssel stecken lassen und es sage und schreibe 25 Jahre einfach nicht mehr angerührt!
Folge: Tank von innen total verrostet, Benzinhähne total verrostet, zerfressen und versifft. Außerdem sind die Reserveröhrchen an den beiden Benzinhähnen so lang dass ca 80% des Tankinhalts Reserve sind (und das bei 20L Volumen).
Reifen müsssen neu also Räder raus. Vorderrad war mit einem Versatz von 5mm eingebaut also passen die neuen Bremsbeläge nicht mehr rein. Außerdem rubbeln die Bremsbeläge weil sie an den Stellen wo die Bremsbeläge 25 Jahre anlagen Rost angesetzt haben.
Gabel ist viel zu weich. Deshalb schlägt beim Bremsen irgendwann das Schutzblech heftig gegen den zu tief hängenden Ölkühler.
Die Verkleidung scheint ein Eigenbau zu sein der eigentlich gar nicht so schlecht gemacht ist. Nur ist es nicht möglich das Motorrad zu wenden ohne sich entweder heftig die Finger zu klemmen oder ungewollt zu bremsen oder zu kuppeln.....
Motor schüttelt sich heftig. Das liegt zum einen an der krummen Kurbelwelle zum andern aber daran dass, eine Distanzhülse der forderten Motorhalterung aus einem Kupferrohr aus den Sanitärbereich besteht. Das Ding hat sich dann schön plastisch verformt und der Motor hing entsprechend verspannt im Rahmen.
Nachdem ich das Moped angemeldet habe musste ich feststellen dass sie nur bis ca 6000u/min dreht. Ursache: anstatt der 127,5er Düsen stecken 156er drin. Das kann allerdings auch der Fachmann schuld sein der das Moped beim Kauf zum laufen gebracht hat. Egal, aber trotzdem ärgerlich.
Die Hinterradbremse ist praktisch funktionslos weil das Verhältnis Geber- zu Nehmerzylinder nicht passt. So geht ABS auch.
Entlüften der Bremsen vorne und hinten ist praktisch nicht möglich da in den Schläuchen vom Geberzylinder zum Ausgleichsbehälter Schleifen eingebaut sind in denen sich hartnäckig die Luft hält. Nur eine Kleinigkeit aber man fragt sich warum?
Ich verzweifle beim Versuch den Kupplungszug wieder einzubauen bis ich feststelle dass dieser locker 20-30cm zu lang ist (wahrscheinlich stammte der von einer LTD).
Dass das Hinterrad ebenfalls nicht mittig drin war braucht man wohl nicht mehr zu erwähnen.
Kette ist ungleichmäßig gelängt- denkste. Nachdem ich eine neue montiert habe muss ich feststellen dass, das Ritzel exzentrisch sitzt. Natürlich sind praktisch alle Gewinde an den Rädern vermurkst. Wie ich das Problem löse weiß ich noch nicht.
Die Gewinde an den Motorhalteplatten sind natürlich auch alle im Eimer.
Diverse Kabel habe ich einfach entfernt weil entweder ohne Funktion oder mehrfach verlängert um dann wieder am Anfang anzukommen.....

Ich habe hier mindestens die Hälfte der Merkwürdigkeiten vergessen. Aber mittlerweile habe ich das Moped richtig ins Herz geschlossen. Nach all dem Theater ist es irgendwie als ob ich sie selbst nochmal erbaut hätte. Und das macht mich dann doch etwas stolz :-).

Gruß

Newbie


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